Geldtransfer von Serbien nach Russland

Bis vor drei Jahren war der Geldtransfer von Serbien nach Russland in der Geschäftswelt üblich. Traditionell sind die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Serbien und Russland auf einem hohen Niveau. Natürliche und juristische Personen aus Serbien und Russland hatten im gegenseitigen Geschäft eine privilegierte Stellung. Die Grundlage für die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern bilden zwei bilaterale Abkommen: das Abkommen über die Visumfreiheit zwischen Serbien und Russland sowie das Abkommen über den Freihandel zwischen Serbien und Russland.

Obwohl die oben genannten Abkommen noch in Kraft sind, wurde die Geschäftstätigkeit zwischen Serbien und Russland nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine behindert. Aus diesem Grund haben zahlreiche Staaten und internationale Organisationen Sanktionen gegen Russland verhängt, sowohl gegen bestimmte natürliche Personen als auch gegen zahlreiche russische Banken. Die Einführung von Sanktionen erschwerte die Geschäftsabwicklung mit Unternehmen aus der Russischen Föderation, d.h. erschwerte Geltransfer von Serbien nach Russland.

Sanktionsliste Russlands

Die wichtigsten Stellen, die Sanktionen für Geschäfte mit der Russischen Föderation verhängt haben, die den Geldtransfer von Serbien nach Russland betreffen, sind verschiedene Staaten, Finanzinstitute und internationale Organisationen.

Ob eine der natürlichen oder juristischen Personen auf der Liste der von Sanktionen betroffenen Unternehmen steht, kann man auf der Website des US-Finanzministeriums – Office of Foreign Assets Control (OFAC) überprüfen.

Verordnung (EU) Nr. Mit der Verordnung Nr. 269/2014 vom 17. März 2014 über restriktive Maßnahmen im Zusammenhang mit Handlungen, die die territoriale Integrität, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine untergraben oder bedrohen, hat die Europäische Union eine Liste sanktionierter Einrichtungen verabschiedet.

Eine wichtige Voraussetzung für die Durchsetzung von Sanktionen im Geschäft mit Unternehmen aus der Russischen Föderation sind sicherlich die Banken, die in der Praxis den Zahlungsverkehr abwickeln. Der effektivste Weg, inländische Banken zu kontrollieren, ob sie die vorgeschriebenen Sanktionen gegen Unternehmen aus Russland umsetzen, ist über Korrespondenzbanken. Auch wenn ein Geldtransfer von Serbien nach Russland über eine inländische Bank aus Serbien erfolgt, wird solcher Zahlungsauftrag von der Korrespondenzbank geprüft, was letztlich den Geldtransfer verhindern kann.

Entitäten die von Sanktionen betroffen sind

Von den Sanktionen betroffen sind folgende juristische und natürliche Personen aus Russland:

  • politische Parteien
  • Streitkräfte und paramilitärische Gruppen, darunter die Wagner-Gruppe
  • Banken
  • Finanzinstitute
  • börsennotierte Medienunternehmen
  • Unternehmen aus den Bereichen Militär und Verteidigung, Energie, Luftfahrt, Schiffbau und Maschinenbau, IT, Telekommunikation und Versicherungen
  • Bewegung „Allrussische Volksfront“.

Unter Sanktionen im Handel mit Russland fallen folgende Produkte:

Rohöl und raffinierte Erdölprodukte, LPG, Kohle und andere Brennstoffe, Stahl, Eisen, Zement, Bitumen, Asphalt, Kupfer- und Aluminiumdrähte, -röhren, Holz, Papier, synthetischer Kautschuk, Kunststoffe, Helium, Spirituosen, Zigaretten, Kosmetika, Diamanten, Gold, Schmuck.

Unter Sanktionen fallende Dienstleistungen im Handel mit Russland sind:

Krypto-Wallets, Buchhaltung, Wirtschaftsprüfung, Buchführung, Steuerberatung, Architektur- und Ingenieurdienstleistungen, IT-Beratung, Rechtsberatung, Werbung, Marktforschung, Meinungsumfragen, technische Unterstützung, Vermittlung und finanzielle Unterstützung im Zusammenhang mit dem Seetransport von russischem Öl, geistige Eigentumsrechte und Geschäftsgeheimnisse im Zusammenhang mit Waren und Technologien, die unter andere Sanktionen fallen.

Ausschluss russischer Banken aus dem SWIFT-System

SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) ist ein internationales Bankennetzwerk und eine Messaging-Software, die heute von mehr als 10.500 Finanzinstituten aus 215 Ländern genutzt wird. Dieses System wird von Banken für Geldtransfer von Serbien nach Russland verwendet.

Die folgenden russischen Banken wurden aus dem SWIFT-System entfernt: VTB Bank, Vnesheconombank (VEB), Rossiya Bank, Sovcombank, Bank Otkritie, Novikombank und Promsvyazbank.

Der Handel mit diesen Banken ist ausschließlich über das russische SPFS-System möglich.

SPFT stellt ein System für den Geldtransfer im Interbankengeschäft dar und ist eine Art Alternative zum SWIFT-System. Derzeit nehmen rund 600 Banken aus 20 Ländern am SPFT-System teil.

EU-Unternehmen, die außerhalb Russlands tätig sind, ist es untersagt, sowohl eine Verbindung zu SPFS herzustellen, als auch Transaktionen mit Unternehmen durchzuführen, die SPFS außerhalb Russlands nutzen. 

Geldtransfer von Serbien nach Russland

Der Geldtransfer von Serbien nach Russland ist beschränk. Obwohl Serbien kein Mitglied der Europäischen Union ist, ist Serbien ein Beitrittskandidat für die Mitgliedschaft in der Union und daher verpflichtet, die Außenpolitik der Europäischen Union zu folgen.

In Serbien ist es möglich, ein Konto bei drei Banken zu eröffnen, die Geldtransfer von Serbien nach Russland abwickeln können. Zahlungen erfolgen über das SWIFT-System und die Transaktionen werden in Rubel oder Dinar umgerechnet. Der Zahlungsverkehr ist jedoch mit folgenden Problemen konfrontiert:

  • Abwicklung des Zahlungsverkehrs durch Korrespondenzbanken
  • Begrenzte verfügbare Ressourcen inländischer, serbischer Banken
  • Angst vor politischem Druck.

Die Ausführung von Zahlungstransaktionen durch Korrespondenzbanken stellt den Abschluss der Transaktion im Geschäft mit Unternehmen aus Russland dar. Wenn die inländische Bank bei einer bestimmten Transaktion kein Problem verursacht, kann das Problem bei Aktivitäten der Korrespondenzbanken auftreten.

Ein weiterer Grund für den schwierigen Geldtransfer von Serbien nach Russland sind die begrenzten Ressourcen der serbischen Banken. Aufgrund der hohen Nachfrage nach Banküberweisungsdiensten von und nach Russland weigern sich Banken zunehmend, Konten für Kleinkunden zu eröffnen, weil sie über genügend Personal für die Abwicklung solcher Transaktionen nicht verfügen. Hierbei ist zu beachten, dass Geldtransfer von Serbien nach Russland besonders überwacht und abgewickelt werden, einer besonderen Kontrolle unterliegen und der Einsatz von Automatisierung bei solchen Geldtransfers reduziert wurde.

Der letzte Grund, warum Geldtransfers zwischen Serbien und Russland schwierig sind, ist die Befürchtung, dass aufgrund der großen Umsätze im Interbankengeschäft politischer Druck auf Serbien ausgeübt wird, Russland im Krieg zu unterstützen.

Allerdings ist zu beachten, dass Zahlungstransaktionen mit Russland grundsätzlich möglich, jedoch nicht einfach durchzuführen sind.

Neben der erwähnten Möglichkeit, Geschäfte zwischen Serbien und Russland über Geschäftsbankkonten abzuwickeln, besteht auch die Möglichkeit, Zahlungen über schnelle Geldtransferdienste abzuwickeln. Bei der genannten Methode handelt es sich um eine Methode zum Senden oder Empfangen von Geld zwischen natürlichen Personen.

Abschließend möchten wir noch erwähnen, dass sich die Möglichkeit von einem Geldtransfer von Serbien nach Russland und umgekehrt in der Praxis schnell ändert, sodass wir weiterhin beobachten werden, wie sich das Geschäft mit russischen Unternehmen und Privatpersonen in der kommenden Zeit entwickeln wird.